Ein Moment im Leben - Free Template by www.temblo.com
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ich vermisse das gefühl 'familie'. ich weiß nicht, ob ich es jemals, zumindest in einem alter in dem ich aufnahmefähig war, wirklich erfahren habe. was es heißt, famile. ich habe es hier schon irgendwann mal geschrieben - ich beneide meine schwester darum, dass sie mehr zeit mit meiner mutter hatte als ich. zumindest als meine mutter noch gesund war. und wenn ich darüber nachdenke - es ist schlimm wie das alles mit unserer familie angestellt hat. nicht nur meinen vater oder meine schwester, nicht nur mich - sondern alle. meine großeltern, meinen onkel, und so weiter. wie wenig alle doch miteinander zutun haben. wie nur ein paar sich wirklich mögen und nicht beim thema 'daniela' alle ihren senf meinen dazu geben zu müssen. ich verstehe meinen vater, wenn er sagt das er deshalb nicht so gerne auf feiern geht wo unsere gesamte verwandtschaft zusammen sitzt. es hat keiner von ihnen wirklich eine ahnung von dem, was es heißt jeden tag damit konfrontiert zu sein. jeden tag diesen menschen zu sehen, wie sie in ihrem rollstuhl sitzt, halb gefangen durch ihre behinderung, sich entfalten zu können. zu sehen, wie sie versucht zu sprechen - stückchenweise - ab und zu ganze deutliche sätze. zu sehen, was ein schlaganfall mit einem menschen mitten im leben anfangen kann. wie es ihr leben und das sovieler andere abändert und teilweise zerstört. sich um sie zu kümmern. tagtäglich für sie da zu sein. sie wissen es alle nicht. - und ich schreibe es hier glaube ich zum ersten mal. mein vater gebührt mehr als nur respekt. mehr als anerkennung. er macht die schwerste zeit seines lebens durch. und er meistert sie bis heute. und ich bin stolz auf ihn. ich liebe ihn dafür, dass er meine mutter liebt. ich liebe ihn dafür, dass er alles andere aufgegeben hat, für sie. und die träne, die mir gerade die wange hinabläuft bestätigt glaube ich, wie sehr das die wahrheit ist. ich habe mich oft mit ihm gestritten, habe es ihm schwer gemacht. habe viel schlechtes über ihn gesagt oder gedacht. aber ich bin ihm letztendlich dankbar für alles was er für meine mutter getan hat. nicht jeder hätte das getan, wozu er sich entschieden hat. ich bin mir sicher, er wird dafür belohnt. wenige haben es mehr verdient. er ist ein held. der held meiner mutter. derjenige, der sich neben seinen schreien und aufregern bemüht, ihr jeden tag ein bisschen menschlichkeit zu geben. die menschlichkeit, die sie sonst nicht erfahren würde. und dafür danke ich ihm. und werde ihm helfen sogut ich kann.  weil ich meine eltern liebe.
6.11.08 23:54
 


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