Ein Moment im Leben - Free Template by www.temblo.com
www.temblo.com ling-design
So ist das also. Ein komisches Gefühl, diese Gewissheit. Ich weiß nicht ganz, in welche Schublade ich meine Gefühle stecken soll. Ich könnte irgendwie ein bisschen erleichtert lächeln, dass wir uns ausgesprochen haben. Aber eigentlich hätte ich auch irgendwie Lust dazu, einfach mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen. Es war ein schönes Gespräch gestern Abend zwischen uns - und ich bin ihr dankbar dafür. Das sie mich angeschrieben hat (was ich im ersten Moment garnicht realisiert hatte) war schon verwunderlich genug für mich aber dann noch die Art und Weise wie sie mit mir geschrieben hat. Das war schon fast unheimlich. Sie kam mir gestern Abend sehr erwachsen vor. Und das ist auf keinen Fall negativ gemeint. Es hat mich beeindruckt, wie und was sie geschrieben hat. Ich weiß nicht, warum sie es getan hat aber ich weiß, das es uns beiden gut getan hat. Naja, zumindest glaube ich das. Was dieses Gespräch allerdings so in Richtung Klarheit gebracht hat, war für mich fast ein bisschen zu viel. Wie gesagt, Gewissheit ist ein komisches Gefühl. Aber zumindest weiß ich jetzt, dass wir nicht mehr aneinander vorbeilaufen müssen und sozu tun, als würden wir uns nicht kennen. Ich glaube das ist wohl der Punkt für mich, der mir dieses irgendwie positive Gefühl gibt. Zu wissen das es zwar endgültig bei uns ist - aber trotzdem weit genug zu sein um sich noch gegenseitig einzugestehen, dass man sich lange genug kennt und diese zeit, die teils so wunderschön war wie kaum etwas anderes, nicht verleugnet oder vergessen möchte. sondern es einfach in erinnerung behält. dafür gebührt ihr ebenfalls noch ein großes danke von meiner seite. und das nächste mal, wenn ich ihr begegne, dann lächle ich. weil ich weiß, dass ich es darf und weil ich gerne tun werde. ein lächeln für sie - und die zeit, die wir miteinander hatten. ein gutes gefühl - schon jetzt.
2.11.08 11:10


ich vermisse das gefühl 'familie'. ich weiß nicht, ob ich es jemals, zumindest in einem alter in dem ich aufnahmefähig war, wirklich erfahren habe. was es heißt, famile. ich habe es hier schon irgendwann mal geschrieben - ich beneide meine schwester darum, dass sie mehr zeit mit meiner mutter hatte als ich. zumindest als meine mutter noch gesund war. und wenn ich darüber nachdenke - es ist schlimm wie das alles mit unserer familie angestellt hat. nicht nur meinen vater oder meine schwester, nicht nur mich - sondern alle. meine großeltern, meinen onkel, und so weiter. wie wenig alle doch miteinander zutun haben. wie nur ein paar sich wirklich mögen und nicht beim thema 'daniela' alle ihren senf meinen dazu geben zu müssen. ich verstehe meinen vater, wenn er sagt das er deshalb nicht so gerne auf feiern geht wo unsere gesamte verwandtschaft zusammen sitzt. es hat keiner von ihnen wirklich eine ahnung von dem, was es heißt jeden tag damit konfrontiert zu sein. jeden tag diesen menschen zu sehen, wie sie in ihrem rollstuhl sitzt, halb gefangen durch ihre behinderung, sich entfalten zu können. zu sehen, wie sie versucht zu sprechen - stückchenweise - ab und zu ganze deutliche sätze. zu sehen, was ein schlaganfall mit einem menschen mitten im leben anfangen kann. wie es ihr leben und das sovieler andere abändert und teilweise zerstört. sich um sie zu kümmern. tagtäglich für sie da zu sein. sie wissen es alle nicht. - und ich schreibe es hier glaube ich zum ersten mal. mein vater gebührt mehr als nur respekt. mehr als anerkennung. er macht die schwerste zeit seines lebens durch. und er meistert sie bis heute. und ich bin stolz auf ihn. ich liebe ihn dafür, dass er meine mutter liebt. ich liebe ihn dafür, dass er alles andere aufgegeben hat, für sie. und die träne, die mir gerade die wange hinabläuft bestätigt glaube ich, wie sehr das die wahrheit ist. ich habe mich oft mit ihm gestritten, habe es ihm schwer gemacht. habe viel schlechtes über ihn gesagt oder gedacht. aber ich bin ihm letztendlich dankbar für alles was er für meine mutter getan hat. nicht jeder hätte das getan, wozu er sich entschieden hat. ich bin mir sicher, er wird dafür belohnt. wenige haben es mehr verdient. er ist ein held. der held meiner mutter. derjenige, der sich neben seinen schreien und aufregern bemüht, ihr jeden tag ein bisschen menschlichkeit zu geben. die menschlichkeit, die sie sonst nicht erfahren würde. und dafür danke ich ihm. und werde ihm helfen sogut ich kann.  weil ich meine eltern liebe.
6.11.08 23:54